Psychopath Jörg L. aus Bromisch bedrohte Odenwälder Provinz-Politiker Peter Traub (Bürgermeister in Erbach)

1201 Views · Published on Thu, 16 December 2021 · MICHELSTADT-ERBACH.de

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 20 Minuten StummFarBfilm - Gute Unterhaltung mit  Jörg Löw #becker  und seinen Freund*Innen

Quelle: https://www.facebook.com/jorg.ausbromisch
 



Der Bürgermeister von Erbach im Odenwald, Peter Traub, wurde kürzlich zur Zielscheibe eines kreisbekanntenPsycopathen...



Ende November ist die Situation in Erbach rund um die Schließung einer Bäckerei eskaliert. Seitdem ist die Stimmung in der Odenwälder Kreisstadt aufgeheizt. Der unrühmliche Höhepunkt war eine unmissverständlich ausgesprochene Drohung gegen Bürgermeister Peter Traub (unabhängig) und seine Familie. In einem Chat hatte der ehemalige AfD-Kreistagsabgeordnete Jörg L. dazu aufgerufen, Traub vor dessen Haus zu bedrängen und seine Familie einzuschüchtern.

Der Auslöser war die von Gesundheitsamt und Stadt beschlossene Schließung des Bäcker-Ladens "Zeitlos", weil der Inhaber mehrfach über einen langen Zeitraum gegen Corona-Maßnahmen verstoßen und Reichsbürger-Gedanken geäußert haben soll. Traub, der daraufhin Polizeischutz bekam, hat sich durch die Drohung nicht von seinem Weg abbringen lassen.

hessenschau.de: Herr Traub, was hat diese Drohung in Ihnen ausgelöst?

Peter Traub: Die erste Reaktion war tatsächlich eine körperliche, ein mulmiges Gefühl in der Magengegend. An diesem Punkt war mir klar, jetzt wird's nicht witzig. Dass auch meine Familie bedroht wurde, ist besonders perfide. Jeder, der Familie, Partner oder Kinder hat, kann sich vorstellen, wie sich das anfühlt. Aber genau das wollen die, die so etwas lostreten. Die wissen genau, wo die Schwächen des Gegenübers liegen. Das ist schon hart

hessenschau.de: Kennen Sie den Mann, der die Drohung ausgesprochen hat?

Traub: Ich kenne ihn nicht persönlich, weiß aber, um wen es sich handelt. Er ist hier in Erbach ein bekannter Mann, der schon mehrfach aufgefallen ist. Früher hat er für die AfD im Kreistag gesessen. Mir ist dann zu Ohren gekommen, dass ihm die AfD zu lasch war.

Jörg Löw (früher Jörg Becker)

Bildquelle: https://assets.isu.pub/visual-story/M7vFDXX7HJj/cover.jpg

 

hessenschau.de: Mit uns wollte er nicht sprechen, gibt sich auch sonst nicht öffentlich nicht zu erkennen.

Traub: Das kennen wir ja, dass solche Personen gerne aus der Deckung der Sozialen Medien agieren. Da trauen sich Menschen ganz andere Dinge, wenn sie dir nicht ins Gesicht schauen müssen.

hessenschau.de: Haben Sie Angst, dass Ihnen und Ihrer Familie etwas passiert?

Traub: Ich kann nicht einschätzen, ob der Mann selbst handgreiflich wird. Aber das Gefährliche sind ja die Trittbrettfahrer. Da wirft jemand im Schutze der Sozialen Medien Brandfackeln in eine sowieso schon aufgeheizte Debatte und wir wissen nicht, ob sich dadurch andere Menschen berufen fühlen, die Drohung in die Tat umzusetzen.

hessenschau.de: Wie sehr hat sich Erbach verändert?

Traub: Eine Veränderung ist nicht erst durch die Vorfälle von Ende November spürbar geworden. Ich bin seit drei Jahren Bürgermeister, seit zwei Jahren haben wir Pandemie. Das macht natürlich auch was mit der Stadt. Man kann es mit Händen greifen, dass die Stimmung eine andere ist als noch vor Corona.

hessenschau.de: Woran machen Sie das fest?

Traub: Es ist zu spüren, dass Menschen nicht mehr so offen für andere Meinungen sind. Positionen werden sehr absolut vertreten. Das, was eine offene Gesellschaft eigentlich ausmacht, nämlich Meinungen zu respektieren und Gemeinsamkeiten auszuloten, hat schon merklich nachgelassen.

hessenschau.de: Daran ist Corona schuld?

Traub: Nein, das ist ein gesamtgesellschaftlicher Prozess, der schon viele Jahre zu spüren ist. Es ging los mit der vielzitierten Flüchtlingsthematik 2015 und weiter mit der kontroversen Klimadebatte. Aber Corona hat das Problem noch einmal verstärkt. Flüchtlingsthematik und Klimakrise kann man vielleicht noch beiseite schieben, weil die Konsequenzen nicht immer und überall direkt spürbar sind. Corona betrifft uns alle, immer, zu jeder Zeit.

hessenschau.de: Ist es durch die Schließung der Bäckerei Ende November noch schlimmer geworden?

Traub: Ja, die Kritik vonseiten der Gegner der Corona-Maßnahmen hat noch einmal zugenommen. Da wir die Schließung auch mit Kräften unseres Ordnungsamts durchgeführt haben, standen wir als Stadt an der vordersten Front. Mir war klar, dass ich da Flagge zeigen muss, denn hier wurden zunehmend staatskritische Äußerungen getätigt, die so nicht durchgehen können. Wenn Sie Position beziehen, sind Sie sichtbar und dann kriegen Sie auch die Kritik ab.

hessenschau.de: Teilweise haben sich bis zu 200 Menschen vor der Bäckerei versammelt, um Solidarität mit dem Inhaber zu demonstrieren. Haben Sie damit gerechnet, dass die Situation derart eskaliert?

Traub: Das war schon eine spezielle Situation, aber überrascht hat es mich nicht. Wenn man wie im Fall des Inhabers über Monate so eine klare Haltung deutlich macht, dann sammelt sich natürlich eine Gruppe von Menschen, die das unterstützt. Zudem war es meines Wissens nach erst der dritte Fall, dass ein Geschäft in Deutschland geschlossen wurde. Insofern war das natürlich ein gefundenes Fressen für die Kritiker, die das auch für sich nutzen, um Öffentlichkeit zu bekommen.

hessenschau.de: Warum haben Sie sich trotz Ihrer Vorahnung für solch eine harte Maßnahme entschieden?

Traub: Die Maßnahme war hart, aber wir müssen uns nun einmal an Vorschriften und Verordnungen halten, sonst bricht hier das Chaos aus. Und die Schließung hat ja eine Vorgeschichte. Monatelang haben wir immer wieder versucht, den Inhaber dazu zu bewegen, sich an die Maßnahmen zu halten. Als er sich dann zunehmend demonstrativ weigerte, mussten wir handeln. Immer mehr Bürger haben sich bei uns gemeldet, auch andere Geschäfte, die um ihr Image besorgt waren und sich auch zurecht gefragt haben: Kann der sich alles erlauben, während wir uns an die Vorschriften halten?

hessenschau.de: Waren die Demonstrierenden alles Menschen aus Erbach?

Traub: Auch, aber viele sind aus dem Umland gekommen. Über diverse Chatgruppen findet da schnell eine Solidarisierung weit über die Grenzen des Odenwalds hinaus statt. Das sieht man auch daran, dass sich ziemlich schnell Größen wie Attila Hildmann oder Bodo Schiffmann mit dem Inhaber solidarisiert haben.

hessenschau.de: Wie geht es jetzt auch angesichts der konkreten Drohung für Sie weiter?

Traub: Mir war schnell klar, dass ich nicht zurückziehen kann. Jetzt muss ich umso mehr Flagge zeigen. Es geht hier ja nicht nur um mich, sondern um alle Menschen, die etwa in politischer Verantwortung oder anders in der Öffentlichkeit stehen. Das ist hier nicht nur eine Geschichte von einem Bäcker, dem man den Laden schließt. Hier ist etwas in der Gesellschaft ins Rutschen geraten, das geht uns alle etwas an.

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